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Einzelansicht: Aktuelles des ADAC Nordbayern

Interview mit Reiseexperten

Neue Regeln für Reiserückkehrer: Wo ist der Urlaub wieder erlaubt und worauf ist zu achten?

 

Das Auswärtige Amt beendet ab 1. Oktober die generellen, weltweiten Reisebeschränkungen außerhalb der Europäischen Union. Gleichzeitig sind mittlerweile die Hälfte der EU-Länder vollständig oder teilweise zum Risikogebiet erklärt wurden. ADAC Reiseexperten geben Antworten auf die 5 wichtigsten Fragen für Urlauber:

 

Sind Fernreisen in diesem Jahr jetzt wieder möglich?

Dies hängt vom jeweiligen Infektionsgeschehen in den betroffenen Destinationen ab. Ab dem 1. Oktober 2020 werden zwar wieder umfassend differenzierte Reise- und Sicherheitshinweise bzw. Reisewarnungen für einzelne Länder gelten. Gleichwohl wird sich ein nennenswertes Angebot auf der Fernstrecke erst wieder etablieren, wenn dafür stabile Voraussetzungen geschaffen sind. Das setzt ein entsprechendes Flugangebot ebenso voraus wie bilaterale Übereinkünfte zwischen Regierungen, die sich auf gemeinsame Standards zur Bewertung von Risiken einigen müssen. Der Reiseanbieter TUI hat deshalb noch bis zum 8. Oktober alle Fernreisen abgesagt.

 

 

Bleibt die Reise nach Fernost, Afrika oder Mittel- und Südamerika illusorisch?

Ja, mit großer Wahrscheinlichkeit. Eine vorzeitige Aufhebung für einzelne Länder ist prinzipiell möglich. Voraussetzungen hierfür sind eine positive Pandemieentwicklung, ein stabiles Gesundheitssystem, stimmige Sicherheitsmaßnahmen für den Tourismus und verlässlichen Hin- und auch Rückreisemöglichkeiten. Wenn eine solche Aufhebung möglich ist, wird die Reisewarnung entsprechend angepasst. Nach derzeitigem Stand können wir leider keine belastbare Prognose für einen allgemeinen Re-Start geben. Vorteilhaft ist aber, dass viele Veranstalter mit kulanten Stornobedingungen Buchungen absichern und dadurch viele unterschiedliche Urlaubsreisen ermöglichen.

 

 

Ab Mitte Oktober soll die Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten entfallen und durch eine Quarantäne ersetzt werden. Was bedeutet das für Reisende?

Bei einer Einreise nach Deutschland mit Voraufenthalt in einem Risikogebiet innerhalb der letzten 14 Tagen sollen sich Urlauber in Zukunft nach der Rückkehr unmittelbar an ihren Zielort begeben und sich dort häuslich absondern bis ein negatives Testergebnis vorliegt. Das negative Testergebnis muss dann den zuständigen Behörden, in der Regel dem Gesundheitsamt, auf Anforderung vorgelegt werden und man muss sich per E-Mail oder telefonisch bei der zuständigen Behörde melden. Maßgeblich ist dabei, ob das Gebiet zum Zeitpunkt der Einreise nach Deutschland als Risikogebiet ausgewiesen war, das heißt nicht zwangsläufig zum Zeitpunkt des Aufenthalts oder zu Beginn der Reise. Der Test ist für Reisende aus Risikogebieten innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise bis auf Weiteres kostenlos und kann zum Beispiel an Flughäfen erfolgen. Das Testergebnis muss – unabhängig davon, ob die Testung vor oder nach Einreise erfolgte – für mindestens 14 Tage nach Einreise aufbewahrt werden.

 

 

Auch innerhalb Europas werden immer mehr Regionen neue Risikogebiete: Was ist Last-Minute-Urlaubern zu empfehlen?

Last Minute wird in diesem Jahr bis in den Herbst hinein eine große Rolle spielen. Noch vor der Buchung sollten Informationen über die aktuelle Infektionslage am Reiseziel eingeholt werden: Welche Auflagen gelten im Restaurant, am Strand, im Wellnessbereich? Sind die Sehenswürdigkeiten geöffnet? Wie ist die Gesundheitsversorgung? Und: Wie haben sich die Ansteckungsraten entwickelt? Steigen die Zahlen, droht möglicherweise nach der Rückkehr eine Quarantäne zu Hause? Es gibt zahlreiche Ziele, in denen man gut Abstand halten kann. Über die Situation vor Ort informiert beispielsweise das Auswärtige Amt, ebenso über Einreisebestimmungen: In manchen beliebten Reiseländern wie Griechenland muss man sich vor dem Abflug registrieren und Kontaktdaten hinterlegen. Auch die Reiseexperten in den ADAC Reisebüros sind über die aktuellen Bestimmungen auf dem Laufenden und beraten Sie gerne zu Ihrer nächsten Urlaubsreise. Mehr Informationen zu den aktuellen Reisehinweisen auch im Internet unter https://www.adac.de/news/corona-einreiseverbote/

 

 

Welche Rechte haben Reisende, deren Urlaubsgebiet erst nach Reiseantritt zum Risikogebiet erklärt wird?

Das kann vor allem arbeitsrechtlich ein Thema werden. Ein Arbeitnehmer ist aufgrund seines allgemeinen Persönlichkeitsrechts grundsätzlich frei, selbst zu bestimmen, wo er seinen Jahresurlaub verbringen möchte. Wählt der Arbeitnehmer allerdings ein Urlaubsziel, das vom Robert-Koch-Institut (RKI) als Risikogebiet ausgewiesen ist, so läuft er Gefahr, nach der Reise in Quarantäne zu müssen. Arbeitsrechtlich hätte das zur Folge, dass Arbeitnehmer entweder im Home-Office arbeiten – sofern das überhaupt möglich ist und beide Parteien damit einverstanden sind – oder gegebenenfalls auf ihre Vergütung verzichten müssen. Arbeitnehmern ist daher arbeitsrechtlich, ganz besonders aber aus Gründen des Infektionsschutzes, zu raten, Reisen in Risikogebiete zu vermeiden.

 

Tipp: Um sorgenfrei in den Urlaub zu starten ist eine Pauschalreisebuchung zu empfehlen, da man bei ausgesprochener Reisewarnung dann zu 100 Prozent das Geld zurückbekommt. Von individuell gebuchten Reise im Ausland wird mit Blick auf die unsichere globale Pandemieentwicklung vom ADAC Nordbayern abgeraten.

 

Hinweis: Dieser Artikel wird laufend aktualisiert (Stand: September 2020)