Willkommen in E-merica!

Roadtrip mit dem Tesla durch Oregon

Hand aufs Herz: Bei der Wahl des Mietwagens für einen Roadtrip durch die USA denken viele an SUV oder Muscle-Cars. Aber wie sieht es bei der E-Mobilität für die Urlaubsreise im Land der unbegrenzten Ladesäulen aus? Was macht eine Reise mit dem E-Auto besonders und worauf muss man achten? Um das für Sie zu testen, war ich im September mit einer kleinen abenteuerlustigen Gruppe mit Teslas quer durch Oregon unterwegs.

Los ging es für uns in Portland. Ein bisschen kreativ, ein bisschen alternativ: Die größte Stadt Oregons ist bekannt für ihre riesigen Parks, Boutiquen, Kunstgalerien sowie die außergewöhnliche Gastroszene mit vielen Craft-Beer-Brauereien und Food Carts. Tipp: Einen Stopp bei Voodoo Donuts mit seinen ausgefallenen Kreationen sollte keiner verpassen.

Der Roadtrip beginnt

Unsere 4 Teslas Model Y hatten wir bereits am Vortag direkt am Flughafen in Empfang genommen. Das kraftvolle Elektro-SUV bietet locker Platz für 3 Insassen samt Gepäck, bis auf wenige Funktionen über Knöpfe in den Türen und zwei Drehwalzen am Lenkrad funktioniert alles über den großen Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts. Die Handhabung ist intuitiv - fast wie ein iPhone auf Rädern!

Kaum aus der Stadt heraus, legten wir im Silver Falls State Park einen Stopp ein – praktisch dabei: wir wanderten, vorbei an moosbewachsenen Bäumen, zu den beeindruckenden South Falls und unsere Vehicle wurden in der Zwischenzeit auf dem großen Parkplatz mit Power versorgt. Unsere Weiterfahrt führte durch die weiten Willamette Valley Vineyards, Heimat von über 500 Weingütern, nach Salem. Restaurant-Tipp: Für die besten Steaks unbedingt einen Tisch im Ruby´s Steakhouse reservieren.

Ein Küstenverlauf wie gemalt

Wuchtige Felsen in der Brandung, dichte Wälder, die immer wieder den Blick auf die Küste und versteckte Buchten freigeben, zahlreiche Leuchttürme in dramatischer Lage und urige Städtchen: Diese beeindruckende Szenerie begleitet uns auf der Tour entlang Oregons Küste auf dem U.S. Highway 101.

Im kleinen Ort Depoe Bay, der als eines der besten Walbeobachtungsziele in Oregon gilt, unternahmen wir eine Bootstour und sichteten gleich mehrmals Grauwale. In Newport, einer Fischereistadt und zugleich Heimat von Robben, Seelöwen und anderen Meerestiere, empfehle ich zum Lunch bei Mo´s Seafood & Chowder die Spezialität des Hauses – Venusmuschelsuppe im Sauerteigmantel.

Ein weiteres Highlight entlang der Strecke sind die wohl größten Küstendünen der Welt, die sich über 50 Kilometer zwischen der Hafenstadt Coos Bay und dem Ort Florence erstrecken. Auf einer geführten Sand Buggy Tour heizten unsere Fahrer mit bis zu 60 km/h über die Dünen. Der Sand peitscht uns ins Gesicht: gut, das wir Schutzbrillen tragen. Vor lauter Euphorie musste ich dennoch aufpassen, nicht aus Versehen den Mund zu öffnen.

Und im Shore Acres States Park ging das Staunen weiter – wo riesige Wellen, die spektakulär hoch und dramatisch mit einem Donnern gegen die Küste krachten – entlang des Küstenpfades fast zum Greifen nah sind.

Wir verlassen die Küste, durch dichte Wälder, entlang des Umpqua River. Ursprünglich war als nächster Stopp der Crater Lake NP eingeplant, Amerikas tiefster See. Dieser Stopp musste als einziger Punkt unserer Reise wegen der gewählten Fahrzeugart ausfallen, da die einzige Ladesäule im Park zu unserem Zeitpunkt defekt war. Gut, dass wir vor unserer Abfahrt den Status der Ladesäule nochmals online geprüft hatten. Next Stopp: Springfield, die Stadt der Simpsons, wo die zahlreichen Graffiti der beliebten Zeichentrick-Serie sich am besten zu Fuß erkunden lassen.

Welcome to Central Oregon

Nur wenige Meilen südlich vor Bend sind wir gefesselt von der mondähnlichen Landschaft der Lava Lands, die sich auf über 65 Quadratmeilen erstreckt. Vom ansässigen Ovservatorium bietet sich uns freie  Sicht auf die Gesteinsformationen und zahlreichen umliegenden Kaskaden-Gipfel. Bend ist ein Paradies für Outdoor-Fanatiker und bekannt für seine spektakulären Golfplätze, Seen und Flüsse. Ein Highlight war unsere nächtliche Kanutour auf einem der Cascade Lakes. Ausgerüstet mit Stirnlampen, bei eisigen 2 Grad, mutterseelenallein und über uns der Sternenhimmel – was für eine Idylle.

Riesen und fliegende Flüsse

Den mit Abstand schönsten Blick auf den höchsten Vulkan Oregons erhält man vom verträumt im Mount Hood National Forest liegenden Bergsee Trillium Lake, in dessen Wasseroberfläche sich der imposante Berg wunderbar widerspiegelt. Später wechseln wir für einen Moment das Fahrzeug, bleiben jedoch der E-Mobilität treu: Auf einer geführten E-Bike- Tour zu den Multnomah Falls, wo sich das Wasser fast 200 Meter in die Tiefe stürzt. Den krönenden Abschluss unserer Reise bildet der Woman ´s Forum State Scenic Viewpoint mit seinem sensationellen Ausblick auf den Columbia River Gorge.

Mein Fazit zum Tesla

Viel Fahrspaß, hohe Reichweite:

Knapp 500 Kilometer bei voller Ladung. Faktoren wie die individuelle Nutzung der Klimaanlage, Beladung sowie das Fahrverhalten nehmen natürlich Einfluss darauf. Oregon ist, wie andere Staaten auch, mit einem großen Netz an Tesla-Superchargern ausgestattet. Für Ladesäulen anderer Anbieter liegt zudem ein Adapter im Kofferraum bei.

Kurze Ladezeiten:

Das Kabel des Tesla Supercharger einfach am Fahrzeug anschließen, das Laden beginnt automatisch nach einem kurzen Moment. Für 40 Prozent Ladung reichen knapp 30 Minuten, die Abrechnung erfolgt am Ende der Miete über die Kreditkartedes Hauptfahrers.

Nice:

Durch Eingabe des nächsten Zielortes im Navi wird die verbleibende Akkuleistung bei Ankunft angezeigt.

Niedrige Nebenkosten:

Mit dem E-Auto ist man extrem kostengünstig unterwegs, für knapp 1.200 km lag die Endabrechnung bei schlappen 50 Euro!

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Ihr Jan Kimmelmann